Auto

Auto kaufen in England

Die gute Nachricht: Ein Auto zu kaufen, anzumelden, zu versichern und zu versteuern funktioniert in Großbritannien nur zum Teil anders als in Deutschland – und dort wo es anders ist, ist es sogar noch einfacher. Die schlechte Nachricht: Das Ganze läuft auf Englisch ab. Damit ihr die Kleinanzeige, den Händler, die Formulare und das Auto im Allgemeinen versteht, habe ich hier das wichtigste Vokabular als PDF zusammengestellt.

Auto kaufen 

Wer im Gebrauchtwagen-Revier auf Jagd geht, der suche auf google.co.uk nach „used cars“ und hat sofort alle relevanten Ergebnisse. Weil sich die Online-Landschaft permanent verändert, verzichte ich hier am besten auf eine erschöpfende Auflistung. Nur so viel sei gesagt: autotrader.co.uk ist der Marktführer. Dort kostet das Inserieren allerdings auch für Privatverkäufer Geld, weshalb bestimmt einige Angebote nur bei Gratis-Portalen, wie zum Beispiel usedcartrader.co.uk oder autoweb.co.uk/ zu finden sind. Eines der auf regionale Anzeigen spezialisierten Portale ist zum Beispiel vivastreet.co.uk Nicht nur für Autos, sondern alle Kategorien von Kleinanzeigen. Die heißen im Englischen übrigens "classifieds" oder auch "small ads" - die Google-Suche mit diesem Schlüsselwort lohnt sich auch immer.
Das Hörverstehen im „normalen Englisch“ kann man übrigens schon trainieren, bevor man einem Verkäufer mit Pfund-Zeichen in den Augen gegenübersteht. Und zwar mithilfe der besten TV-Autosendung dieser Galaxie: TopGear (eine Produktion der BBC). Gibts teilweise online zum Ansehen, aber auch auf DVD bzw. als Download für günstig zu kaufen. Mehr Spaß beim Lernen geht nicht. Watch, learn, scream!

Auto anmelden 

Das ist zur Abwechslung wirklich mal einfacher als in Deutschland. Kein Wartezimmeraufenthalt der Dauer eines Kurzurlaubs, keine Nummernschild-Tauschaktion – lediglich der Verkäufer muss auf seinem Eigentümerzertifikat einen Abschnitt ausfüllen, auf dem auch die Daten des Käufers eingetragen werden. Diesen Abschnitt muss er der DVLA (Drivers and Vehicles Licensing Association, also dem Kraftfahrzeugamt) schicken, von der man  kurz darauf per Post sein neues Eigentümerzertifikat bekommt. Nummernschilder werden in Großbritannien nie ausgewechselt, denn das Kennzeichen gehört zum Auto, von der Erstzulassung bis zum Friedhof. Anders als in Deutschland ist nicht am Kennzeichen abzulesen, in welchem Landkreis der Wagen zugelassen ist, sondern in welchem Jahr. Das gibt der Buchstabe vor den Zahlen an, beziehungsweise – bei neueren Autos - die zwei Buchstaben. Im Jahr 1983 begann es mit „A“ und seitdem gilt: neues Jahr, neuer Buchstabe. Bei neueren Zulassungen sind es mittlerweile zwei Buchstaben. Die Altersangabe für das reifere Automobil, ab Baujahr 1982 abwärts, hat den Buchstaben am Ende.

Auto versichern 

Auch das funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie in Deutschland. Die Höhe der Prämie wird genauso nach Wohnort, Stellplatz, Zeitwert, Motorleistung, Schadensfreiheitsklasse etc. errechnet. Sehr cool: die bestehende Schadenfreiheitsklasse kann man aus Deutschland mitnehmen, wenn man ein Bestätigungsschreiben der letzten deutschen Autoversicherung vorlegen kann. Sollte sinnvollerweise auf Englisch sein. Meiner Erfahrung nach stellt die deutsche Versicherung das aber bereitwillig und in astreinem Englisch aus. Den neuen Anbieter sucht man am besten über Preisvergleichs-Portale. Einfach bei google.co.uk „car insurance“ eingeben und ab gehts. Renommierte Portale sind beispielsweise confused.com, moneysupermarket.com, comparethemarket.com und uswitch.com.

Auto versteuern 

Hier haben wir ein ganz anderes System als in Deutschland. Eine Vignette, genannt „Tax Disc“, die links unten hinter die Windschutzscheibe geklebt wird zeigt an, dass der Wagen versteuert ist. Dafür gibt es kleine Taschen, die sich „Tax Disc Holder“ nennen und die man zum Beispiel an Tankstellen bekommt, aber meist auch geschenkt von der neuen Versicherung. Mit etwas Glück ist die Tax Disc des gekauften Autos noch eine Weile gültig. Dann geht die Plakette an den neuen Besitzer über. Braucht man eine neue Plakette, kann man diese auf zwei Arten bekomen: 1. Online beantragen. Man bekommt die Tax Disc dann innerhalb weniger Tage per Post zugeschickt. Hier kann man auch gleich ausrechnen, wieviel einen der Spaß kostet. 2. Auf dem Postamt direkt kaufen. In jedem Fall muss man die Versicherungspolice („Certificate of Insurance“) und den TÜV-Bericht („MOT certificate“) zur Hand haben. Man kann wahlweise für ein halbes oder ein ganzes Jahr bezahlen. Das sind übrigens keine Kalenderjahre, sondern gerechnet ab Anmeldedatum.