Umzug

Move it! Umziehen nach England


Glücklich ist, wer sich eine Spedition leisten kann, um den Hausstand vom Kontinent auf die Insel zu verfrachten. Noch glücklicher ist, wer außer einigen Kartons mit persönlichen Dingen gar nichts mitzunehmen braucht. Und ein echter Mann ist, wer sich eine Johnny Cash CD schnappt, ne Thermoskanne Kaffee und sein Home Sweet Home selbst im LKW über den Ärmelkanal bringt.

Zum Thema Spedition kann ich nichts sagen. Zur Kurierdienst-Lösung und für den Roadtrip habe ich jeweils ein paar Tipps.


Per Kurierdienst 

Ob DHL, DPD, UPS, FedExTNT oder ein ganz anderer Dienstleister am besten ist, kann ich hier nicht sagen, da ich sie logischerweise nicht alle ausprobiert habe. Ich kann nur so viel sagen: DPD hat meine Kartons einmal ziemlich ruiniert. Und das bringt mich auch gleich zu den Pack-Tipps:

• Nur die stabilsten Kartons verwenden, die man bekommen kann. Auf keinen Fall ausgerechnet an diesem Ende sparen. Man könnte es sonst bitter bereuen an dem Tag, an dem man seine Kartons am Zielort in Empfang nimmt – oder das was davon übrig ist.

• Jeden Karton bis oben hin vollpacken oder ausstopfen, so dass keine Lufträume existieren. Nur so ist er in sich stabil und kann nicht zerknautscht werden, wenn andere Kartons darauf gestapelt werden.

• Empfindliches Gut mit reichlich Polstermaterial dämmen und Warnhinweis auf deutsch und englisch drauf schreiben. Übrigens: Bekleidung und Handtücher sind bei weitem kein so gutes Polstermaterial wie man meinen könnte.

• Alle Ecken, Kanten und Faltstellen des Kartons mit festem Panzertape verstärken gegen reißen und scheuern.

Während man in Deutschland in jedem Baumarkt Umzugskartons kaufen kann, habe ich damals in UK vergeblich Läden danach abgeklappert. Dafür habe ich mit dem Online-Bestellen gute Erfahrung gemacht, und zwar bei mad4boxes – zum Anbietervergleich einfach Google nach "moving boxes" suchen lassen.


Selbst fahren 

Auf dem Straßenweg steht man zunächst vor der Grundsatzentscheidung: Fähre oder Eurotunnel? Wer in den Norden muss, kann diesen bequem ab Rotterdam mit der Fähre ansteuern. Die fährt zum Beispiel bis Hull oder Newcastle. So spart man viele hundert Straßenkilometer auf der Insel. Für den Süden Englands bieten sich Fähren nach Folkestone, Newport oder Dover an. In jedem Fall spart man mit der Fähre Kilometer – nämlich die tödlich langweiligen 300 bis nach Calais zum Eurostar-Zugterminal. Ich will hier keinem Belgier auf den Fuß treten, aber mal Hand aufs Herz: dieser Streckenabschnitt ist in etwa so interessant wie eine Rundfahrt durch einen Milchkarton.

Die Fähre ist zwar höchstwahrscheinlich die teurere Option, auch wenn man den gesparten Sprit einkalkuliert, allerdings kommt bei besonders weit entfernten Zielen wieder die Frage der Inklusivkilometer hinzu. Hier kann es sich lohnen, den Autovermieter anzurufen, um direkt einen Deal auszuhandeln. Dann kann man nochmal mit dem Fährpreis vergleichen.

Fährlinien sind Stenaline, dfds und P&O. Vergleichs- und Buchungsportale sind unter anderen aferry und directferries.

Tanktipp: den Tank nochmal auf dem Kontinent voll machen vor der Überfahrt, denn Diesel ist in England deutlich teurer, weil unsubventioniert.