Bank & Behörde

Banken, Ämter & Co.

Ein leidiges, aber unumgängliches Thema. Wie man an die beiden wichtigsten Dinge kommt – ein Bankkonto und eine National Insurance Number – habe ich im folgenden beschrieben. Des Weiteren kann ich für Information zu solchen "technischen" Themen auch die Seite justlanded empfehlen.  

 

Bankkonto einrichten

First things first: das wichtigste Bankenvokabular als PDF hier

Um ein Bankkonto einzurichten, muss man neben dem Personalausweis noch mindestens zwei weitere Dokumente dabei haben, auf denen der selbe feste Wohnsitz vermerkt ist wie im Ausweis. Das dies der deutsche Wohnsitz ist, spielt keine Rolle. Akzeptiert werden zum Beispiel Kreditkartenabrechnung, Schriftverkehr von Versicherungen, Banken, Behörden oder Mietverträge.
Des Weiteren braucht man auch einen Nachweis über den aktuellen, festen britischen Wohnsitz.

Im Unterschied zu deutschen Banken bieten Britische manche Girokonten als Leistungspakete an, mit Zusatzleistungen wie Reisekrankenversicherung und Pannendienst-Mitgliedschaft. Am besten ist es, sich vorab in Ruhe im Internet über die Angebote der einzelnen Banken zu informieren. So kann man am gründlichsten vergleichen und sich nicht nur die Bank sondern auch das Wunsch-Kontopaket schon vorab aussuchen. Die größten britischen Banken sind Barclays, NatWest, Halifax, Royal Bank of ScotlandHSBC und Santander, die frühere Abbey.

Leider wird man mit einem großen Nachteil konfrontiert, wenn man als Ausländer zum Konto noch eine Kreditkarte oder Maestro EC-Karte haben will: die bekommt man nicht, weil man logischerweise keine "credit history" im Land besitzt, also SchuFa Aufzeichnungen über die Bonität. Alles was man bekommt ist eine Electron Karte. Mit der kommt man zwar innerhalb von Großbiritannien sehr weit, da man damit in sämtlichen Geschäften bezahlen und überall Geld abheben kann. Auf einigen Internetseiten ist sie sogar als Zahlungsmittel akzeptiert, aber hier wird es schon zur Glücksache. Auch an manchen deutschen Bankautomaten bekommt man Geld per Electron Karte, allerdings nicht bei vielen.
Dagegen kann man  nichts tun, außer warten und "a nice cup of tea" trinken, bis man ausreichend "credit history" besitzt.

Es gibt aber eine Reihe Faktoren, die dabei helfen, die Credit History schneller aufzubauen:

• mehrere Konten eröffnen, z.B. ein Giro- und ein Sparkonto
• je höher das Gehalt, desto besser
• ein fester Arbeitsvertrag
• niemals den Dispo sprengen
• Festnetzanschluß auf eigenen Namen
• diverse storecards (Treuekarten der Einzelhandelsketten) besitzen
• nicht zu oft den Wohnort wechseln
• Beim Bezirksamt (district council) im Wählerregister (electoral roll) eingetragen sein.

Es dauert trotzdem mindestens 12 Monate, bis sich genug „credit history“ angesammelt hat.

Am besten behält man sein deutsches Konto und die damit verbundene Kreditkarte. So kann man sich bei Bedarf Geld darauf überweisen.


National Insurance Number

Wer in England arbeitet, braucht zwingend eine sogenannte National Insurance Number. Sie ist das Äquivalent zur deutschen Sozialversicherungsnummer. Wer nur zum Studieren übersiedelt braucht sie nicht, aber sobald man Geld verdient führt kein Weg daran vorbei. Die NI Number erscheint auf jeder Gehaltsabrechung und man braucht sie für sämtliche behördlichen Schriftwechsel, sei es Steuererklärung, Anforderung von irgendwelchen Bescheinigungen etc. Um sie zu beantragen muss man einen Termin beim „Jobcentre“ machen, wo man diverse Dokumente vorlegen, Formulare ausfüllen und Fragen  (von der Sorte „Weshalb sind Sie in diesem Land?“) beantworten muss.

Das Jobcentre ist in etwa eine Fusion aus Arbeitsamt und Sozialamt und es gibt eines in jeder halbwegs größeren Stadt. Um einen Termin zu machen sucht man das Jobcentre seines Wohnbezirks und ruft dort an. Am Telefon wird einem auch gesagt was man alles mitbringen muß an Papieren.

Die wichtigsten Stücke sind:

• Reisepaß und/oder Personalausweis
• Arbeitsvertrag
• Mietvertrag oder zumindest schriftliche Bestätigung des festen englischen Wohnsitzes vom Vermieter
• Führerschein

Des Weiteren ist es nützlich, alle Arten von Dokumenten mitzubringen, welche die eigene Identität beweisen: Kreditkartenabrechungen, Bankauszüge, Geburtsurkunde, Abmeldebestätigung aus Deutschland etc. Nicht all das wird gebraucht, aber sie raten einem, so viel wie möglich mitzubringen. Machmal wird das eine oder andere Dokument aus irgendeinem Grund nicht anerkannt, und dann ist es hilfreich, Alternativen zu haben. Auch wenn auf manchen die deutsche Adresse steht, das macht nichts, es dient trotzdem als Identitätsnachweis.

Wenn das geschafft ist, ist man schon ein ganzes Stück britischer als zuvor!